Maria Hobbing: Schweißnähte der Seelenschaukel - Schweißnähte des Schleiers | Installation
19.05. - 04.06.2021
Foto Maria Hobbing
Maria Hobbing: Schweißnähte der Seelneschaukel, Flyer 2021

CV Maria Hobbing:

1986  Studium der Freien Kunst HFBK Hamburg, 1992 Diplom, DAAD Stipendium Polen. 1998-2001 Lehrauftrag FH für Gestaltung. Ab 2001 freie Mitarbeiterin Malschule Hamburger Kunsthalle. Seit 1988  Gruppen- und Einzelausstellungen (G) + (E):
2021 „Poröse Hausgeschichten“ Galerie Morgenland (E), Dezember 2020 „Coronaalphabet“, Kunststation Kleinsassen (G), www: coronaalphabet.de, 2019 Konzept und Oganisation des Projektes „Bauhaus in den Falten des Raums“  mit Peter Heber, Maria Hobbing, Jochen Kuhn und Peter Schindler, Carl Vetter
und Diskussionsrunde mit u.a. Bazon Brock im Künstlerhaus Sootbörn, Hamburg (G), 2019  Doppelausstellung „Poröse Felder“ mit Ruth Baumann im Kunstraum Tosterglope , 2018 „Poröses Polster“, Installation,  Einstellungsraum, Hamburg (E),. Weitere Ausstellungen siehe http://hobbing.de
Maria Hobbing, 2021
Pressetext
…und tritt nicht unsere Seele fast immer verschleiert auf? Versuchen wir nicht dann, wenn unsere Seelenschaukel hochschwingt oder tief im Land der Not hängt, diese unter dem Schleier festzuhalten, um sie endlich zu erkennen?
Gefangen in unserer Alltagsmaske, kümmern wir uns wenig um Anima.
„Schweißnähte“ ermöglichen Zusammenhänge im Schleiergebilde. Höhen und Tiefen schwingen dann zusammen, wenn diese miteinander verbunden sind  und dann kann KLANG auftreten.

„Nach Maria Hobbings eigenen Worten ist das Thema Maske und Schleier ein Schlüsselmotiv ihrer Kunst. Wir erinnern uns, dass „Maske“ im Lateinischen “Persona“ heißt, was sich auf die großen, Laut verstärkenden Masken bezieht, die beim antiken Theaterspiel vor das Gesicht gehalten werden. Das Wort leitet sich ab von „Sonare“- „Tönen“ und der Vorsilbe „per“ – „durch“. Die Maske ist also nicht nur optisch ein Medium, etwas das „Dazwischen“ ist, zwischen Innen und Außen, zwischen Subjekt und Objekt, sondern auch akustisch: unser heutiges Wort „Person“ leitet sich von der Maske ab, durch die hindurch etwas tönt, erfahrbar wird, überhaupt erst erfahrbar werden kann.
Maske und Schleier verhüllen und offenbaren als ambivalente Vorgänge, als Vorgang ein und desselben, als zwei Seiten einer Medaille - ….von hier aus erklärt sich auch die  Verwendung der Folie, die gleichzeitig verhüllt und sichtbar macht, schützt und preisgibt. Folie ist durchsichtig, zugleich aber reflektiert sie, glitzert, wirft das Bild der Außenwelt auf diese zurück –…… Folie ist ein banales, billiges unprätentiöses Material.
Wirklichkeit kann von uns nicht anders erkannt werden als durch Masken, Folien und Schleier hindurch, unvollkommen, unter Umständen absichtlich verfälscht, möglicherweise aber auch andere überrankende Dimensionen erschließend, wie in den dunklen Sinnsprüchen der Sibyllen.(Ausszüge aus Prof. Hans Gerke anlässlich der Ausstellung ‚Tentakel des Schleiers ‘Galerie Artthiess, München, 2008)


Die unendliche Maske zwischen Durchsicht, Weitsicht und Einsicht zieht im Schlepptau hinter sich ein Netz von Täuschung, Verschleierung, Verstellung, Tarnung und Verleugnung, ist aber auch ein Knotenpunkt im Verschwommenen, ein Akzent zum Verdeutlichen und kann die Suche nach dem Dahinter stimulieren. Die Maske dient zur Abwehr aber auch zum Vereinnehmen, sie kann Fangarme der Verführung haben und kann sich im Feld des Abgesicherten und der Tradition einrichten. Sie befindet sich immer im Spannungsfeld zwischen Lüge und Wahrheit und ist eine strategische Setzung.
Hinter die Maske zu kommen, heißt sich vor die Formulierung zu stellen und den bescheidenen Augenblick des Ungefassten wahrzunehmen. Diesen Zufalls-Augenblick, der keine Verbindung zum Wollen hat, umweht Freiheit und ermöglicht, ein Loch in das dichte Gewebe des Schleiers zu reißen. Fest gebundene Stränge des Systems lassen schnell in die Maskierung zurückfallen. Immerzu setzt sich das Motto „Viel hilft viel“ durch. Effizient gestalten großflächige Digitalisierungsvorhaben immer mehr Lebensbereiche - die Poesie des langsamen Herannahens und den tastenden Klang der Seele außer Acht lassend - die Maske wird im Kommunikationszeitalter zum Medium schlechthin. Ihre Scheinwelten sind Humus für alle Spielarten der Taktung, auch die des Machtmissbrauchs. Gefangen in der Maske sind dieselben nur schwer zu enttarnen.
Maria Hobbing, Mai 2021 unter Verwendung einiger Textstellen von 2004

Der 05. Beitrag zum Jahresprogramm SEELENKLIMA des EINSTELLUNGSRAUM e.V. 2021

Beginn der Präsentation mit Klangperformance: 19.05.2021 19:00h per ZOOM

Einführung: Matthias Oppermann (virtuell)
Anmeldung zum ZOOM unter info@einstellungsraum.de
Dauer der Präsentation: 20.05. - 04.06.2021
geschlossen wegen Pandemie.
Die Ausstellung ist durch das Schaufenster einsehbar.

Sollte sich durch die Coronaregelungen etwas hinsichtlich Öffnungszeiten
ändern, wird dies hier angekündigt werden.


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EINSTELLUNGSRAUM e.V.
FUER KUNST IM STRASSENVERKEHR

Vermittlung von Projekten zwischen
Autofahrern und Fussgängern


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