Almut Broer, 29.10. – 12.11.2021
https://www.nbk.org/artothek/Almut_Broer/
     Foto: Almut Broer
                    Almut Broer: Ideenskizzen, 2020

Angst essen Seele auf – 1945 und heute

So wie wechselnde Witterung auf unsere künstlerische Verfassung einwirkt, mit angenehmen Gefühlen oder Unbehagen, lässt sich gleichfalls von einem Seelenklima sprechen, je nachdem wie natürliche und soziale Faktoren uns prägen. „Angst essen Seele auf“ bringt das gerade in unserer Zeit deutlicher gesellschaftlicher Widersprüche auf den Punkt. Arbeiten bezogen auf das Jahr 1943 und heute, gegenübergestellt, auf der einen Seite seelenlos erscheinende Täter, dargestellt u.a. durch ihre Mordprotokolle, Abb1, auf er anderen Seite Opfer: Portraits, denen das Seelenklima aus dem Gesicht spricht, Abb.2. Dokumentiert sind die ersten 14 Tage, 14x4.000 Tote oder 166 pro Stunde, die Liste sollte von Besuchern weitergeführt werden, um ein Gepür für die Anzahl der Opfer zu finden. Damals wie heute geht es um Ausgrenzung.
Ein scheinbares „Wir schaffen das“ ließ die Hoffnung auf einen Platz in diesem Gesellschaftsklima entstehen. Diese Einladung und ihre wahre hintergründige Bedeutung verdeutlichen die Bilder des zweiten Teils der Ausstellung. Einladend erscheinende Stühle entpuppen sich als ungeeignet und hindernd, zunächst schön wirkende Landschaften (Aquarelle) werden von Blutspuren oder giftig-grellen Farben gestört.
Almut Broer, 2020

Gefördert von der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg und Bezirk Wandsbek
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